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Yunus Özsoy
16 Jahre

Ich heiße Yunus Özsoy und bin am 12.07.1989 geboren.
Mein größtes Interesse ist Musik. Ich habe Geigen- und Schlagzeugunterricht, spiele in einer Band und mache Musik am Computer. Das nächste Schuljahr werde ich in den USA verbringen und darauf bin ich schon sehr gespannt, vor allem weil ich nicht einmal weiß, wo ich genau hinkommen werde.
Natürlich gehe ich auch gern und oft ins Kino und das ist ein Grund dafür, dass ich auf den Geschmack des Kinderfilmfestes gekommen bin.
Als ich ein kleines Kind war, wollte ich immer Zeichentrickfilme sehen. Filme mit “echten Menschen” haben mich überhaupt nicht interessiert. Beim Kinderfilmfest 1999 hat mich meine Mutter zu einem Film mit “echten Menschen” gezerrt - im wahrsten Sinne des Wortes. Ich kam so begeistert von dem Film nach Hause, dass wiederum ich meine Mutter zu den nächsten schleppte.
Seitdem bin ich Jahr für Jahr dabei und meine Begeisterung hält an. Für mich ist das Kinderfilmfest (und seit zwei Jahren auch 14plus) jedes Jahr etwas Besonderes. Wenn der Vorhang aufgeht und der Berlinalevorspann läuft, werden bei mir immer schöne Erinnerungen an vergangene Festivals und vor allem an die wunderbaren Zeiten in der Kinder- und der Jugendjury wach. 
 


Yunus – der fleißige Musikliebhaber
 
Yunus Özsoy ist groß und schlank, hat kurze lockige, dunkelbraune Haare und
ist 16 Jahre alt. Auf mich wirkt er älter. Wir fühlen uns etwas verloren in den
großen schwarzen „Ich bin an der Börse“-Sesseln im vierten Stock eines
Bürogebäudes am Potsdamer Platz. Während die Situation anfangs einem
Bewerbungsgespräch gleicht, wird das Interview zunehmend offener, die
Antworten länger. Irgendwann habe ich ein dreiviertel Blatt voll mit Notizen:
Yunus Özsoy (am Ende unserer Unterhaltung erfahre ich, dass das „zs“ nicht
[sch], sondern wie ein weiches –s, gefolgt von einem scharfen -ß ausgesprochen wird) geht in eine 10. Klasse in Friedenau.
Er wohnt entweder bei seiner deutschen Mutter in Kreuzberg oder bei seinem
türkischen Vater in Charlottenburg. An den ständigen Wohnungswechsel hat
er sich mittlerweile gewöhnt und es ist für ihn normal geworden. Er wirkt sportlich
und sagt über sich selbst, er sei fleißig. Ich bin überrascht, dass er –
ein „cooler“ 16-jähriger Junge – Geige spielt. Aber mein Erstaunen relativiert
sich beim nächsten Wort: Schlagzeugunterricht. Er nimmt seinen Stift und dreht
ihn wie einen Stick zwischen den Fingern. Nun kann ich mir Yunus große Liebe
zur Musik besser vorstellen. Später möchte er vielleicht auch "was mit Musik
machen", sagt er, aber es sei heute schwer, sich auf dem Markt durchzusetzen.
Der junge Mann in dem Sessel neben mir (er will wahrscheinlich nie an die Börse,
schon wegen des Sitzkomforts) ist durch seine Familie schon viel rumgekommen
in der Welt: Italien, Türkei, USA,...
Natürlich bleibt da keine Zeit zum Zimmeraufräumen...
 
Lorenz Wünsch, 14
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