"No child should live on the streets"

so heißt es auf der offiziellen Internetseite des Street Child World Cups. Ein Appell, das sich vor allen Dingen an die Regierungen derjenigen Länder richtet, in denen vernachlässigte Kinder ohne Familie, Nahrung und Bildung auf der Straße leben müssen.

von Tita Hagen, 15

"No child should live on the streets" - so heißt es auf der offiziellen Internetseite des Street Child World Cups. Ein Appell, das sich vor allen Dingen an die Regierungen derjenigen Länder richtet, in denen vernachlässigte Kinder ohne Familie, Nahrung und Bildung auf der Straße leben müssen.

Vor der Fußball-WM 2010 in Südafrika konnte in der südafrikanischen Stadt Durban dank verschiedener Organisationen zum ersten Mal die Fußball-WM der Straßenkinder ausgetragen werden. Südafrika, Brasilien, Indien, Nicaragua, die Ukraine, die Philippinen und Tansania stellten Teams mit 14- bis 16jährigen Straßenkindern. Dazu kam ein weiteres Team aus Großbritannien, das sich aber nicht aus Straßenkindern, sondern aus Kindern aus sozial benachteiligten Familien zusammensetzte.

Der Street Child World Cup soll Straßenkindern die Möglichkeit geben, ihr perspektivloses und unmenschliches Leben zu offenbaren. Vor allen Dingen aber soll für deutlich mehr Rechte der Straßenkinder geworben werden.

Für das siebentägige Fußballturnier wurden die Teams von professionellen Trainern vorbereitet. Doch auch Freizeit war wichtig: So gab es zahlreiche Aktivitäten wie Surfen. Jedes Team präsentierte sein Land, mit traditionellem Essen, Tanz und Musik.

Die jeweiligen Teams setzten sich zunächst mit Künstlern aus ihrer Region mit den Themen "Identität" und "Plätze der Sicherheit und Gefahr" auseinander. Das war für die oftmals sehr verschlossenen und verängstigten Straßenkinder zuerst gar nicht so leicht!

Internationale Künstler halfen ihnen, sich und ihr Leben darzustellen, in künstlerischer Form. Die dabei entstandenen Theaterstücke, Kunstwerke und Modelle wurden kurze Zeit in der Durban ArtGallery ausgestellt, bis sie im Juli 2010 nach Großbritannien umzogen. Die Ausstellung war begleitet von einer dreitägigen Konferenz, auf der die Fußballteams ihre Lebenssituation schilderten. Innerhalb der Teams wurde dann diskutiert, wie Straßenkinder erfolgreich in die Öffentlichkeit integriert werden können. Dabei ging es auch um Erziehung und Gesundheit für Straßenkinder. Eine weitere Diskussion gab es zu einem besonders schlimmen Problem, der Gewalt ihnen gegenüber. Die Lösungsvorschläge der einzelnen Teams wurden vorgestellt und schriftlich festgehalten.

Die Straßenkinder hatten also viele Möglichkeiten, ihr Potential unter Beweis zu stellen - und das international.

Gut ein Jahr später muss keiner der Teilnehmer des Street Child World Cups noch auf der Straße leben. Die damaligen Straßenkinder setzen sich für Projekte der Partnerorganisationen ein, die die Fußball-WM der Straßenkinder erst möglich gemacht haben.

Für die EM 2012 und auch für die WM 2014 sind schon Fußballturniere für Straßenkinder in Planung.