Dies gilt für die Philippinen und Myanmar, beides eigentlich Frühstarter in der Kolonialzeit, und die Philippinen haben sich auch in den 1950er Jahren wirtschaftlich weiter entwickelt. In den indochinesischen Staaten Vietnam, Laos und Kambodscha gab es längere „Wachstumsdellen“ in den 1970er Jahren, Wirtschaftsblockaden, welche sie relativ bzw. absolut zurückwarfen. Vietnam, Kambodscha, Laos und Myanmar gehören heute immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt.
Im letzten Jahrzehnt konnte auch in den zurückgebliebenen Ländern eine wirtschaftliche Wachstumsdynamik entfaltet werden, in Thailand, Malaysia und Indonesien wurde diese auf hohem Niveau noch weiter gesteigert, lediglich in Singapur flachte sie auf einem sehr hohen Niveau etwas ab.
Weltwirtschaftlich lässt sich die Relevanz Südostasiens am so genannten BSP verdeutlichen. Das Bruttosozialprodukt, heute auch Bruttonationaleinkommen genannt, ist ein Maßstab für die wirtschaftliche Leistung eines Landes. Es beinhaltet alle neu zur Verfügung stehenden Waren und Dienstleistungen zu aktuellen Marktpreisen. Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien und die Philippinen haben sich zu ASEAN zusammengeschlossen, das ist die Abkürzung für „Verband Südostasiatischer Nationen. Das BSP der fünf Gründerstaaten des ASEAN (ASEAN 5 genannt) wuchs von insgesamt ca. 20,5 Mrd. US-Dollar (1965) auf 521 Mrd. US-Dollar (1994). Vor allem führten das Wachstum der Textilindustrie und der Elektronikindustrie zu diesem Wirtschaftsboom. Der Anteil am Weltsozialprodukt verdoppelte sich dadurch von 1% auf 2% – bei einem Anteil (mit 330 Mill. Einw.) von fast 6% an der Weltbevölkerung.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Philippinen beträgt 1625 US-Dollar pro Einwohner.