Nico Palesch

15 Jahre

About myself...

15 Jahre alt, aschblondes Haar, ein bisschen gekrümmte Haltung, blaue oder schwarze Kleidung - Das bin ich, Nico palesch. Oder so sehe ich zumindest äußerlich aus. Es gibt eine Menge Dinge, die man vermutlich nicht erkennt, wenn man mich nur ansieht: Ich bin halb Kanadier und halb Deutscher, ich habe überall auf der Welt gelebt, in Ländern wie Chile, den USA und Bangladesch und derzeit besuche ich die Internationale Nelson Mandela Schule hier in Berlin.

Also ich die Frage im letzten Jahr beantworten sollte, sagte ich, wenn ich einen Film machen würde, dann würde ich ihn in einem Drittweltland drehen und die Härte des täglichen Lebens in einem solchen Land beleuchten. Das stimmt in diesem Jahr noch, allerdings würde ich meinen Film irgendwo in Asien drehen wollen, irgendwo zwischen Saudiarabien und China. Die Handlung würde sich um eine Familie drehen oder eine kleine Gemeinschaft drehen und soziale Probleme zeigen und die auf dem ganzen Kontinent ungleich angewendeten Menschenrechte.

Ich wäre gern Regisseur meines Films. Ich neige dazu, alles kontrollieren zu wollen und ich mag es, das große Ganze in Projekten zu sehen, ganz wie es ein Regisseur sollte. Außerdem hat man als Regisseur in allen anderen anderen Bereichen des Films auch etwas zu sagen. Ich mag es, alle Elemente eines Ganzen zusammen zu bringen  und Dinge vom Anfang bis zum Ende durchzuplanen.

Und wenn diese Position schon besetzt wäre, wäre ich immer als Filmkritiker zu haben.

Lorraine interviewt Nico

Englisch oder Deutsch? Das ist die Frage, die ich mir und natürlich auch dem 15-jährigen Nico Palesch zu erst stelle, denn sein Portrait hat er auf Englisch geschrieben, aber gesprochen hat er bisher Deutsch. Ich erfahre, dass er beides fließend spricht, doch sich im Englischen sicherer fühlt, trotzdem führen wir das Interview nach dem Wunsch des eher unauffällig angezogenen Halb-Kanadiers auf Deutsch. Er sitzt gelassen und entspannt vor mir und ist kaum nervös. Natürlich interessiere ich mich dann zuerst dafür, woher er denn Englisch so gut beherrscht. Sein Vater ist Diplomat und daher sind er und seine kleine Familie, zu der noch seine große Schwester, die aber auf einem Internat in Deutschland ist und seine Kanadische Mutter gehören, immer umgezogen. An vielen Orten hat er schon gelebt: USA, Bangladesh, Chile... Also daher das gute Englisch. Ich hake noch weiter nach und erfahre, dass Nico nur einmal in seiner Heimat Kanada war, „um die Niagara-Wasserfälle zu bewundern“, erzählt er stolz. Seine Mutter hat wenig Bezug zu ihrem Geburtsland.

Und wie macht er das in der Schule? Wie man es sich schon denken könnte, besucht er eine internationale Schule, nämlich die Nelson-Mandela-Schule, die von vielen Diplomatenkindern besucht wird.

Begeistert erzählt mir das schlanke, dunkelblonde Sprachtalent von seiner Begeisterung für Politik: ob deutsche oder amerikanische, das ist ihm egal. Trotzdem ist sein Lieblingsfach in der Schule Biologie. Ein shr wahrscheinlicher Berufsweg für ihn ist die Medizin, am liebsten würde er eventuell Arzt werden. Anschließend schwärmt er noch ein wenig von Asien, dem Kontinent, der ihn am meisten interessiert, wegen seiner Kultur.
Als wir dann auf das Thema Filme kommen, möchte ich logischerweise erst einmal wissen, wie er denn überhaupt hierher kam. Überraschenderweise hat ihn seine Englisch-Lehrerin auf den Geschmack gebracht. Ob er später wirklich mal einen Film drehen wollen würde, konnte er mir nicht genau sagen, aber wenn, dann auf jeden Fall auf seinem Lieblings-Kontinent Asien, über irgendein schweres Thema, das in den Medien oft ignoriert wird. Warum gerade darüber? Wieso keinen fröhlichen Film? Weil Nico selbst schon in Bangladesch wohnte und dort durch den Journalisten-Beruf seiner Mutter oft mit solch schweren Problemen wie Frauendiskriminierung oder ähnlichem konfrontiert wurde.
Auch wenn man es ihm auf den ersten Blick nicht ansehen mag: Nico Palesch, ein sehr vielseitiger Junge, hat schon sehr viel erlebt und von der Welt gesehen.

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