Die Farben des Paradieses
Rang-e Khoda
Regie: Majid Majidi
Iran 1999 / 88 Minuten
mit: Hossein Manjob, Mohsen Ramezani
empfohlen ab: 11 Jahren
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Mohammad fängt gerne den Wind mit den Händen, seine Welt besteht aus Gerüchen und Geräuschen. Er "sieht" mit seinen Fingern, ertastet Formen und Gesichtskonturen, denn Mohammad ist von Geburt an blind. In einer besonderen Schule für blinde Kinder lernt er Lesen und Schreiben. Als in Teheran die Sommerferien beginnen, kommt sein Vater aus den Bergen, um ihn ins Dorf zurückzuholen. Endlich darf Mohammad wieder bei seiner geliebten Großmutter und seinen beiden Schwestern sein. In der Dorfschule kann der Junge mit den anderen Kindern mithalten. Nur sein Vater ist nicht davon begeistert. Er würde ihn lieber zu einem blinden Tischler in die Ausbildung geben. Die Großmutter ist dagegen, sie möchte Mohammad so oft wie möglich in ihrer Nähe wissen. Der Vater aber ist nicht mehr aufzuhalten. An der Entscheidung droht die Familie auseinander zu brechen.
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Die Filmbeschreiberin Uta Borchert
Uta Borchert ist 42 Jahre alt und seit dem 9. Lebensjahr vollblind. Schon von Geburt an konnte sie auf einem Auge nichts sehen. Sie lebt seit zwanzig Jahren in Berlin, einer Stadt, die sie mag und in der sich Blinde gut zurechtfinden. Sie arbeitet bei der gemeinnützigen Deutschen Hörfilmgesellschaft (DHG) als Filmbeschreiberin, beim Blindenhilfswerk Berlin arbeitet sie für Braille-TV, eine Fernsehzeitschrift für Blinde, und sie engagiert sich ehrenamtlich im Allgemeinen Blindenund Sehbehindertenverein (ABSV).
Im Blindenmuseum Berlin
Im Blindenmuseum Berlin sind Blindenhilfsmittel aus zwei Jahrhunderten ausgestellt. Das Museum gibt es seit 1891 und die Blindenschule nebenan sogar seit 1806. Sie ist die älteste in Deutschland.
Kino für Blinde
In »Die Farben des Paradieses« erfahren wir, wie Mohammad seine Welt mit Hilfe von Geräuschen und seinem Tastsinn wahrnimmt. Schade, dass blinde Kinder den Film nicht sehen können. Oder doch? Bei der Deutschen Hörfilmgesellschaft wird Kino für Blinde gemacht.
Training in der Schule für Blindenhunde
Ungefähr 15 0.000 Blinde gibt es in Deutschland. Rund 2.000 von ihnen werden von Führhunden geleitet. Ausgebildet werden diese Hunde zum Beispiel in der Stiftung Deutsche Schule für Blindenführhunde in Berlin Köpenick. Ole und Quendy sind zwei von ihnen. Wir haben sie auf einem Trainingslauf begleitet.
Wie liest man eigentlich Blindenschrift?
In der Blindenschule in »Die Farben des Paradieses« lernt Mohammad ein Punktschriftsystem für Blinde, die Brailleschrift. In der Beratungsstelle für Blinde und Sehbehinderte im Sozialwerk Potsdam erfahre ich, wie sie funktioniert.