Interview mit der Regisseurin von "Gute Chancen"
JJ: Wie war Ihre Reaktion, als Sie hörten, dass Ihr Film auf der Berlinale gezeigt wird?
Nvk: Ich war sehr, sehr glücklich. Ich war sehr stolz, weil die Berlinale das wichtigste Festival für Kinderfilme ist. Wir alle hatten einen sehr guten Tag, als wir die Nachricht bekamen.
JJ: Ist das Ihr erster Film?
Nvk: Nein, es ist mein fünfter Film, aber mein erster Film auf der Berlinale.
JJ: Warum haben Sie dieses Thema ausgesucht?
NvK: Weil dies ein Thema ist, das gerade sehr oft in den Nachrichten steht. An vielen Orten auf der Erde herrscht Krieg, aber Krieg ist für Kinder oft ein schwieriges Thema. Ich wollte diese Geschichte erzählen, weil man nun sozusagen durch Kieks Augen auf das Geschehen sieht und weil man so lernt, wie Kinder damit umgehen, wenn ein Familienmitglied in den Krieg zieht. Ich wollte einen Film machen, der lustig ist, aber die Traurigkeit nicht ausschließt.
JJ: Wann hatten Sie die Idee für den Film?
NvK: Ich glaube, vor zwei oder drei Jahren. Aber dann mussten wir erst einmal das Drehbuch schreiben, ein paar Sponsoren finden. Für die eigentliche Arbeit am Film haben wir aber nur ein Jahr gebraucht.
JJ: Gibt es besondere Erlebnisse während des Drehs, die Sie beeindruckt haben?
NvK: Es war schwer, mit den vielen Tieren zu arbeiten. Wir wollten zum Beispiel die Maus im Film nicht töten. Also mussten wir herausfinden, wie wir sie nur tot aussehen lassen. Das war schwierig. Oder der Hund auf der Brücke. Wir mussten den Hund an Kieks Bauch festmachen, weil wir nicht wollten, dass er von der Brücke fällt. Das war sehr kompliziert. Und zu guter letzt war es auch noch sehr kalt in Holland. Zum Beispiel sieht man im Film, dass gar keine Blätter an den Bäumen sind, weil es so kalt war.
JJ: War dies der erste Film für Pippa und wie haben Sie sie entdeckt?
Nvk: Ja, es war ihr erster Film. Wir haben sie auf einem Kinderfest in Holland entdeckt, wo sie nur aus Spaß einen Workshop mitgemacht hat. Meine Casting-Agentin hat sie dann dort entdeckt und meinte dann zu mir „Pippa ist etwas Besonderes.“ Wir haben sie dann mal bei uns vorsprechen lassen. Insgesamt zehn Mal, weil sie ja so viel Text hat, aber dann waren wir sicher, dass sie die Rolle prima meistern kann.
JJ: Wie ist es mit kleinen Kindern zu arbeiten?
NvK: Ich mag das sehr, aber es ist auch sehr anstrengend. Pippa konnte zwar ohne Pause arbeiten und hatte viel Spaß, aber einige der anderen Kinder hatten irgendwann keine Lust mehr und haben dann nach fünf Stunden Dreharbeiten nicht mehr zugehört. Aber ich mochte die Dreharbeiten mit den Kindern trotzdem sehr, weil sie so direkt sind.
JJ: Haben Sie eine Lieblingsszene in dem Film?
NvK: Oh das ist eine schwere Frage... Nun ich finde es lustig, als Kiek am Ende zu ihrem Vater sagt: „Jetzt wirst du nicht mehr so viele Socken brauchen.“ Ich weiss nicht, ob das die beste Szene ist, aber ich mag sie sehr.


