Interview mit Duncan Sarkies
Drehbuchautor von „Two little Boys“
JJ: Basiert der Film auf einer wahren Geschichte?
DS: Nein. Aber es basiert auf vielen Artikeln aus der Zeitung, die ich gelesen habe über Leute die ein unglaubliches Verbrechen begangen haben oder so. Das mich inspiriert.
JJ: Wie lange haben Sie gedreht?
DS: Ich glaube, wie haben fünf oder sechs Wochen gedreht. Es war eine sehr anstrengende Zeit.
JJ: Wie schwer war es, aus dem Buch erst ein Drehbuch und dann einen Film zu machen?
DS: Das Schreiben hat sehr viel Spaß gemacht. Es hat fünf oder sechs Jahre gedauert, bis es fertig war. Das Schreiben des Buches war so etwas wie eine Mission. Es war eine sehr spannende Zeit. Und dann noch mit meinem Bruder an diesem Film zu arbeiten, das hat mir sehr viel Spaß bereitet. Ich habe sehr auf die Regisseur-Fähigkeiten meines Bruders vertraut. Aber ich weiss, wenn mein Bruder sich etwas vornimmt, dann schafft er das auch.
JJ: Wo haben sie die Inspiration für diese verrückten Charaktere hergenommen?
DS: Diese zwei Charaktere sind immer wieder in meinem Kopf aufgetaucht, wenn ich geschrieben habe. Mir ist dann klar geworden, dass sie eine Geschichte brauchen. Es hat mir sehr viel Spaß bereitet diese Geschichte zu schreiben. Ein wichtiges Element in der Geschichte ist ja die Trennung der beiden Hauptcharaktere, das langsame Auseinanderleben. Als ich dieses Buch geschrieben habe, war ich gerade auch im Prozess der Trennung von meiner damaligen Lebensgefährtin. Diese Erfahrung ist dann mit in das Buch eingeflossen. Es war sehr interessant, weil ich alle Gefühle, die ich damals hatte, in meinen Charakteren verarbeitet habe und es wurde zu Comedy.
JJ: Ist die Beziehung zwischen den beiden Hauptrollen irgendwie mit der Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Bruder gleichzusetzen?
DS: In jeder engen Beziehung ist einer dominanter als der andere. Besonders bei Geschwistern. Heute ist unsere Beziehung nicht so schwierig wie die der Hauptrollen, aber als wir Kinder waren, war dies schon mal der Fall.
JJ: Wie schwierig war es für Sie als Buch- und Drehbuchautor Ihre Vision des Buches auf den Bildschirm zu übertragen?
DS: Das ist eine sehr gute Frage. So schwer ist es gar nicht. Das schöne am Schreiben ist, dass man dort wirklich in den Kopf eines anderen schlüpfen kann. Man kann im Körper eines anderen leben. Beim Film jedoch kommt es zu einer Reduzierung auf das einfache Medium. Ich war sehr glücklich, dass ich mit meinem Bruder arbeiten konnte, denn er und ich kennen uns so gut. Wir beide haben die Geschichte auf die gleiche Weise interpretiert. Natürlich war es hart, aus dem Buch ein Drehbuch zu machen. Wir mussten einige Charaktere rauslassen, die wir im Film nicht unterbringen konnten. Das wichtige war herauszufinden, was wichtig ist, was die Haupthandlung des Buches ist. Natürlich ist das eine Herausforderung.
JJ: Sind Sie in der Gegend aufgewachsen, in der der Film spielt?
DS: Ich bin nicht genau dort aufgewachsen, sondern in der Nähe. Wir haben aber oft unsere Ferien dort verbracht.
JJ: Wie war ihre Reaktion, als Sie den Film das erste Mal gesehen haben?
DS: Ich war sehr zufrieden. Das erste Mal habe ich noch eine unfertige Version gesehen. Aber mir hat es sehr gut gefallen. Es ist genau so geworden, wie ich es mir vorgestellt hatte.


